Renate Will - Bildungsveranstaltung ''Erfolge und Baustellen in der Bildungspolitik"

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Bildungsveranstaltung ''Erfolge und Baustellen in der b

05.12.2011


v.li.: Klaus Rehbock, Renate Will, Birgit Thomann, Walter Bertl
„Die Grundschule soll im Dorf bleiben“

Germering, 27.10.2011 (hg). Die Bildungspolitik stand zum wiederholten Male im Mittelpunkt des Liberalen Gesprächskreises, den die FDP im Landkreis Fürstenfeldbruck vergangene Woche zum 44. Mal ausrichtete. Über „Erfolge und Baustellen in der Bayerischen Bildungspolitik“ diskutierten Renate Will, MdL und bildungspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion und Walter Bertl, Hauptpersonalrat des bayerischen Philologenverbandes. Moderiert wurde die Veranstaltung in den gut besuchten Suttner Stuben in Germering von Birgit Thomann.

 Renate Will hielt zu Beginn fest, dass für die Regierungskoalition aus CDU/CSU und FDP die Bildung Haushaltspriorität habe und zudem dieses Jahr ca. 500 Millionen Euro aus
Steuermehreinnahmen für diesen Bereich bestimmt seien. Die Regierungskoalition wolle bei der Bildung keine Strukturdebatte, sondern eine Qualitätsdebatte führen. Bestehende Schulen sollen besser, Ganztagsunterricht soll überall möglich werden. Neben Gymnasien und Realschulen seien insbesondere Hauptschulen zu fördern, um mehr Durchlässigkeit von dort auf andere Schulen zu ermöglichen. Zudem würden Mittel für Grundschulen bereitgestellt: Denn „die Grundschule soll im Dorf bleiben“, sagte Renate Will.

Sie betonte, dass trotz sinkender Schülerzahlen keine Grundschulen geschlossen werden sollen und so ein wohnortnaher Grundschulbesuch möglich bleiben soll. Will argumentierte auch, dass Schulen mehr Eigenverantwortung übernehmen sollen: Im Rahmen der „eigenverantwortlichen Schule“ könnten Schulen ihr Profil mit frei verfügbarem
Geld schärfen und z.B. selbst bestimmen, welche Lehrer eingestellt werden. Weiterhin könnten Lehrer mittels einer leistungsorientierten Bezahlung motiviert werden. Zudem wolle man eine bundesweite Vergleichbarkeit schaffen, die die Mobilität von Schülern innerhalb Deutschlands vereinfachen soll.

Walter Bertl benannte sowohl das sehr differenzierte und begabungsorientierte  Schulsystem in Bayern als auch das hochwertige Berufsschulsystem als Erfolg der bayerischen Bildungspolitik. Er begrüßte zudem die jüngst beschlossene Dienstrechtsreform mit vielen Beförderungsmöglichkeiten auch für Grund- und Hauptschullehrer als Ausdruck der Anerkennung der Leistung der Lehrer. Am Konzept der eigenverantwortlichen Schule kritisierte Walter Bertl zum einen die Weisungsbefugnis vorgesetzter Lehrer gegenüber ihren Kollegen.

Zum anderen warnte er, dass gerade Schulen in Randgebieten Bayerns Probleme haben
könnten, gute Lehrer zu finden. Weiterhin stellte er fest, dass leider viele Maßnahmen der
Bildungspolitik am Schulalltag vorbeigingen. So würden z.B. Lehrer unabhängig von der
Klassenstärke immer gleich bezahlt und an Grund- und Hauptschulen, in denen überwiegend Lehrerinnen unterrichteten, wären die männlichen Rollenvorbilder Mangelware.

Birgit Thomann beklagte, dass es weiterhin Unterrichtsausfall auch in Pflichtfächern gebe. „Dies wird oft durch bloße Beaufsichtigung ohne Unterricht kaschiert, oder es geht zu Lasten von Referendaren, von denen trotz guter Noten und Lehrermangel nach wie vor viele nach acht Jahren Studium und Referendariat auf der Straße stehen“, sagte die bildungspolitische Sprecherin der Kreis-FDP. Der FDP Kreisverband Fürstenfeldbruck wird sich deshalb auch in Zukunft und über den Rahmen der Liberalen Gesprächskreise hinaus für die weitere Verbesserung der Schulsituation einsetzen.

Pressemitteilung und Foto von Hendrik Grallert, FDP Kreisverband Fürstenfeldbruck